Daberkow

kurz&knapp: Die Daberkower Kirche ist ein wuchtiger, dreiteiliger Bau auf der Friedhofsanhöhe inmitten des Dorfes. Der Turm wurde im 13. Jh. als Wehrturm konzipiert und erhielt später einen Fachwerkaufsatz. Auch das Kirchenschiff ist mehrfach überarbeitet worden. Sehenswert sind ferner die Friedhofsportale aus dem 17. Jh.

Daberkow bis zum 30-jährigen Krieg
Das Dorf Daberkow wurde am 30. April 1277 in einer Pergamenturkunde des Pommernherzogs Barnim I. erstmalig urkundlich erwähnt. Bis 1279 unterstand der Ort dem Nonnenkloster Verchen, danach dem Archidiakonat des Klosters Stolpe, in dessen Zeit auch die Errichtung der Kirche fällt (1279 – 1304). Der Ort verlor durch die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges (1618 – 1648) vorläufig seine Bedeutung. 1637 wurde die Kirche geplündert und danach als Pferdestall genutzt. Nach Ende des Krieges hat der Pfarrer J. Beringe die vollständige Kirchenrenovierung aus eigenen Mitteln bezahlt. Er verstarb 1694 völlig verarmt und musste auf Kirchenkosten bestattet werden.

Wiederaufbau der Pfarrstelle
Von 1694 – 1699 erfolgte der Neubau des Pfarrhauses und die Neuanlegung des Kirchengartens. Im Jahr 1721 wurde eine weitere Kirchenvisitation durchgeführt. Durch die Protokolle ist bekannt, dass einst Filial-Kapellen in Below (baufällig und zum Abriss vorgesehen) und Siedenbüssow standen. Die Wietzower Kapelle ist ebenfalls benannt; sie ist noch heute Teil des Schlossparks.
Am 1. Juni 1816 brannte in Daberkow der gesamte Gutshof ab. Auch der Kirchturm, Orgel, Turmuhr, Teile der Inneneinrichtung und die drei mittelalterlichen Glocken fielen den Flammen zum Opfer. Der Turm wurde daraufhin in seiner heutigen Form erbaut und 1820 fertiggestellt. Im Jahre 1887 wurde die Kirche vollständig renoviert und teilweise durch Fliesung ergänzt.

Kirchenschiff und Wehrturm
Am Kirchenschiff fallen die mächtigen Strebepfeiler ins Auge (2012 saniert). Am Mauerwerk sind außerdem zahlreiche Eingriffe erkennbar, u.a. in die Fensterstruktur. Auch ist das Südportal („Brautpforte“) provisorisch vermauert worden. Das Nordportal („Totenpforte“) ist geöffnet, befindet sich aber in schlechtem Zustand (s. Bilder).
Im Westen erhebt sich ein breiter Turm, der einst als Wehrturm erbaut worden war; schmale Scharten zeugen noch davon. Er ist im Unterbau aus Mischmauerwerk ausgeführt. Der obere Teil besteht aus Fachwerk und beherbergt den Glockenstuhl.

Innenraum und Ausstattung
Der gesamte Innenraum ist mit einer einheitlich klassizistischen Holzausstattung eingerichtet. Der Kanzelaltar und die umlaufende Empore sind (nach dem Brand von 1816) um 1820 erbaut, die Patronatsloge konnte wiederhergestellt werden. An den Wänden sind die Ansätze einer ehemaligen Gewölbedecke zu erkennen.

Glocken und Orgel
Laut Visitationsprotokollen besaß die Kirche um 1582 drei Glocken. Sie sind dem 1816 dem Brand zum Opfer gefallen. Von den 1820 in Stettin nachgegossenen Glocken ertönt heute nur noch eine. Sie nimmt mit ihrer Inschrift Bezug auf das Brandereignis.
Um 1860 bekam die Kirche eine Orgel von A. Fischer aus Demmin. Reste der urspr. blau-goldenen Farbfassung sind noch zu erkennen. Zur Zeit ist die Orgel nicht spielbar, eine Sanierung wird angestrebt.

externe Links:
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