Daberkow

Überblick: Backsteinbau 13. Jh. mit eckigem Chorschluss, Turm datiert in andere Bauzeit, der Fachwerkaufsatz eventuell nochmals später, nach Großbrand 1816 einheitlich-klassizistische Gestaltung des Kirchraums, Friedhofsportale aus dem 17. Jh., Orgel: N. Fischer um 1860. [Standort]


Geschichte des Ortes und der Kirche bis 1699
Das Dorf Daberkow wurde am 30. April 1277 in einer Urkunde des Pommernherzogs Barnim I. erstmalig schriftlich erwähnt. Bis 1279 unterstand der Ort dem Nonnenkloster Verchen, danach dem Archidiakonat des Klosters Stolpe, in dessen Zeit auch die Errichtung der Kirche fällt (1279 – 1304). Der Ort verlor durch die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges (1618 – 1648) vorläufig seine Bedeutung. 1637 wurde die Kirche geplündert und als Pferdestall genutzt. Nach Ende des Krieges hat der Pfarrer J. Beringe die vollständige Kirchenrenovierung aus eigenen Mitteln bezahlt. Er verstarb 1694 völlig verarmt und musste auf Kirchenkosten bestattet werden. Von 1694 – 1699 erfolgte der Neubau des Pfarrhauses und die Neugestaltung des Kirchengartens.

Die alten Filialkapellen
Im Jahr 1721 wurde eine weitere Kirchenvisitation durchgeführt. Die Protokolle berichten von drei Filial-Kapellen: Groß Below (damals baufällig, zum Abriss vorgesehen), Siedenbüssow und Wietzow. In Wietzow steht heute als Teil des Schlossparkes eine neugotische, 2014 teilsanierte Grabkapelle derer von Blücher. In der Nähe finden sich Reste eines alten Friedhofs.

Zur Baugeschichte der Daberkower Kirche
Der gesamte Bau lässt mehrmalige Überarbeitungen erkennen. Sowohl im Chorschluss als auch im Kirchenschiff finden sich Spuren einer Gewölbedecke (im Hauptschiff zweijochig, scheinbar auch mit schmalen Seitenschiffen). Der Chorraum war wohl mit einem Lettner abgegrenzt. Die ursprüngliche Erscheinung des Innenraums dürfte damit deutlich gedrungener gewesen sein. Nach Abbruch der Gewölbe wurden die Wände in der Höhe erweitert. Die Fensterlaibung im Ostschluss (Außenseite) mag noch von den einstigen Proportionen und Fensterformen zeugen.
Eine Sakristei im Nordosten ist entfernt, dafür die Patronatsloge im Südosten angefügt worden. Der Turm datiert in eine andere Bauzeit; die Unterschiede und Brüche im Baustil sind grundlegend. Eine Funktion als „Fluchtturm“ ist möglich, aber nicht belegbar.

Großbrand 1816, Wiederaufbau 1820 und Renovierung 1887
Am 1. Juni 1816 brannte in Daberkow der gesamte Gutshof ab. Auch der Kirchturm, Orgel, Turmuhr, Teile der Inneneinrichtung und die drei mittelalterlichen Glocken fielen den Flammen zum Opfer. Der Turm wurde daraufhin (mit seiner heutigen Fachwerkspitze?) neu erbaut und 1820 fertiggestellt. Im Jahre 1887 wurde die Kirche vollständig renoviert, der Boden teilweise gefliest.

Innenraum und Ausstattung
Der gesamte Innenraum ist durch den Brand mit einer einheitlich klassizistischen Holzausstattung eingerichtet. Der Kanzelaltar und die umlaufende Empore (etwas höher angelegt als zuvor) wurden um 1820 fertiggestellt, ebenso die Patronatsloge.

Glocken und Orgel
Laut Visitationsprotokollen besaß die Kirche um 1582 drei Glocken. Von den 1820 in Stettin nachgegossenen Glocken ertönt heute nur noch eine. Sie nimmt mit ihrer Inschrift Bezug auf das Brandereignis.
Um 1860 bekam die Kirche eine Orgel von Nikolaus Fischer aus Demmin. Reste der urspr. blau-goldenen Farbfassung sind noch zu erkennen. Zur Zeit ist die Orgel nicht spielbar, eine Sanierung wird angestrebt.

Barrierefreiheit und Komfort: Zuwegung und Eingang barrierefrei, WC vorhanden, Winterkirche im Turmraum (ca. 25 Gäste) beheizbar


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