Utzedel

Nach der Einführung der Reformation (in Pommern 1535) gehörte die Dorfkirche in Utzedel als Tochterkirche zur Kirchengemeinde Sanzkow; vorher wurde sie als eigene Pfarrkirche geführt. Seit 1997 ist sie Teil der Kirchengemeinde Hohenmocker.

Zeugnis vorpommerscher Besiedlungsgeschichte
Die Kirche ist ein frühgotischer Granitquaderbau, der im Wesentlichen unverändert ist. Um 1250 von Darguner Zisterziensern errichtet, fallen vor allem die prachtvollen Backsteingiebel mit ihren weißen Verzierungen auf. Die Backsteine der Giebel, sowie der Tür- und Fensterlaibungen wurden von den Mönchen in einer eigenen Feldbrennerei hergestellt und weisen besondere Maße auf.

Jüngere Baugeschichte
Mitte des 19. Jh. fanden umfassende Restaurationsarbeiten statt. Mit dem Einbau der vergrößerten Fenster in der Nordseite wurden sie 1866 abgeschlossen. Das ehemalige Nordportal ist seitdem vermauert.
Auch das Westportal war über Jahrzehnte durch Ziegelmauerwerk geschlossen. Mit dem Einbau der Winterkirche in den Jahren 1971-1973 wurde es wieder geöffnet und dient heute als Hauptportal. Von den beiden schönen Backsteinportalen an der Südseite ist eines zu einem Fenster umfunktioniert worden.

Innenraum
Das Kirchenschiff ist ein einfacher, flachgedeckter Saal, der von einem Triumphbogen geteilt wird. 1965 wurden zwei neue Altarfenster eingebaut und vom Rostocker Künstler L. Mannewitz mit Glasmalerei versehen. Sie zeigen die Verkündigung von Geburt und Auferstehung Christi. 2001 fand eine neue Ausmalung der Kirche in alter Gestalt des 19. Jh. durch den Altentreptower Architekturmaler Brämer statt.
Der Altar, die Kanzel, das Kirchengestühl und die Bänke sind um 1865 im schlichten, neugotischen Stil in der Werkstatt des Tischlermeisters Wolff in Teusin gefertigt worden. Der Taufstein aus Porphyr ist das Meisterstück von Steinmetz Spiegel aus Anklam. Eine Orgel ist nicht vorhanden, lediglich ein Harmonium.

Turm und Glocken  
In den Visitationsmatrikeln der Kirche von 1669 besagt ein Eintrag, dass am Westgiebel einst ein Holzturm gestanden hat. Die noch heute vor dem Giebel liegenden Fundamentsteine zeugen davon.
1879 errichteten die von Maltzahns einen freistehenden Glockenstuhl, der 1992 restauriert wurde. Die beiden Eisenglocken verrichten ihren Dienst klaglos, werden heute aber elektrisch angetrieben.

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