Klempenow

Die 1692 im Fachwerkstil erbaute Dorfkirche bildet zusammen mit den Resten der Burg auf einer Anhöhe in der Niederung des Tollensetales ein Denkmalensemble von überregionaler Bedeutung.

Ältere Kapellen auf der Burg
Ab dem Jahre 1494 ist für Klempenow eine Kapelle belegt, wohl ungefähr an der Stelle, an der die heutige Kirche steht. Sie wurde vom Bischof Benedicto von Cammin als „Kapelle zu den heiligen fünf Wunden“ geweiht. Außerdem soll es eine gotische Hofkapelle im Hauptgebäude der Burg gegeben haben.

Doch schon im 16. Jh. gab es in Klempenow kein intaktes Sakralgebäude mehr. Laut der Chronik von W. Witt aus dem Jahr 1934 war bereits 1570 ein Neubau geplant. Ob der Bau ausgeführt wurde und dann im 30-jährigen Krieg zerstört wurde, ist nicht bekannt.

Die heutige Fachwerkirche
Dendrochronologische Untersuchungen ergaben, dass das jetzige Kirchengebäude erst im Jahre 1690 erbaut wurde. Die Initiative geht vermutlich auf die Königin Ulrika Elenore von Schweden zurück, die zeitweise in der Burg residiert haben soll.
Die Kirche ist ein schlichter, rechteckiger Fachwerkbau von 13 m Länge und 8 m Breite. Aus dem Kirchenschiff erhebt sich ein aufgesetzter, quadratisch angelegter, verbretterter Dachturm mit einem Pyramidendach. Der Anbau des Windfanges an der Südseite erfolgte 1825.
Aufgrund des morastigen Untergrundes der Tollenseniederung sind schon seit 1720 zahlreiche Sanierungen vermerkt. Zudem steht das Kirchenschiff nicht mehr im Lot; Fachwerk und Ausfachungen arbeiten und geben der Fundamentsenkung nach.

Sanierung 1997 – 2000
Am Heiligabend 1989 wurde – bedingt durch den schlechten baulichen Zustand der Kirche – der vorerst letzte Gottesdienst gefeiert. Am 26.06.1995 ist das Gebäude baupolizeilich gesperrt worden. Daraufhin gründete sich im Dezember 1995 der „Förderverein zur Sanierung der Fachwerkkirche Klempenow e.V.“.
 Die umfassende Sanierung und Restaurierung, gefördert durch die Deutsche Stiftung für Denkmalschutz, das Landesamt für Denkmalpflege M-V, den Landkreis Demmin, die Ortsgemeinde Breest und vielen privaten Spendern, konnte 1997 – 2000 erfolgen. Am 9. Juli 2000 wurde die Klempenower Fachwerkkirche wieder eingeweiht.

Der Innenraum: schön und schief
Den sehenswerten Mittelpunkt des flachgedeckten Innenraums bildet der Altar. Der ursprüngliche Altar aus der Zeit um 1700 wurde 1788 zum heutigen Kanzelaltar umgebaut. Auffallend sind die korinthischen Säulen, die Wangen mit reicher Schnitzerei, Akanthus, Blumen und Voluten, sowie der polygonale Kanzelkorb, an den Ecken mit Blütengehängen verziert. Das Altargehege versah man mit durchbrochener Schnitzerei. Im Kirchenraum sind außerdem das originale Patronatsgestühl und die barocke Westempore aus der Zeit um 1720 vorhanden.

Glocke und Truhenorgel 
Die heute noch im Kirchenturm existierende Glocke ist mit der Jahreszahl 1670 versehen. Aus ihrer Stifterinschrift geht hervor, dass sie von Anbeginn hier war. Auch der Nachweis, dass Klempenow schon zu dieser Zeit ein Filial von Golchen war, ist auf ihr enthalten. Seit dem Sommer 2007 werden Gottesdienste und kulturelle Veranstaltungen auf einer neu gefertigten Truhenorgel musikalisch begleitet, die die Meisterarbeit des Orgelbauers M. Beckmann aus Friesack im Havelland ist.

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