Andacht zum Ewigkeitssonntag
Stichwort: Neues Leben

Leugnen zwecklos, der Herbst ist da. Eine Andacht mit einem Jahreszeitenbezug zu eröffnen ist übrigens heikel, denn die Sache hat dann ein Verfallsdatum an. Oder anders gesagt: Im Winter muss hier wieder was Neues stehen.

Aprospos Verfallsdatum. Fühlen Sie sich noch frisch? Was macht der Rücken, die Hüfte, das Gedächtnis? Die Faltencremes werden teurer, richtig? Aber stemmen Sie sich gern noch ein paar Jahre gegen den Rückbau. Man darf nicht zu früh aufgeben!

Von alters her ist über uns ein Wort gesprochen, das nicht gut auf der Zunge zergeht: „Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Felde; wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte kennt sie nicht mehr.“ (Psalm 103,15) Einerseits klingt das romantisch. „Vom Winde verweht“ beginnt übrigens mit diesem Vers. Aber anderseits klingt das nach Vergänglichkeit und Abschied. Die Aussicht auf den Herbst bringt eine Schwere mit sich.

Früher stellten sich die Menschen vor, man wäre im Himmel wieder 33 Jahre jung. So wie Christus, als er gekreuzigt wurde. 33 galt als „aetas perfecta“ (lateinisch „das vollkommene Alter“). Mir gefällt die Vorstellung, da ich mich um einige Jahre verbessern würde. Wie alt wären Sie gern nach der Auferstehung?

mit herzlichen Grüßen aus Hohenmocker, Pastor Chr. Bauer