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Andacht zum 3. Sonntag nach Epiphanias
Stichwort: Grenzenlos

Wenn wir Hilfe brauchen, kann unser Selbstwertgefühl in Bedrängnis kommen. „Ich habe nicht genug für mich sorgen können. Ich möchte Niemanden mit meiner Not belästigen. Lieber trage ich still die Konsequenzen.“

Zugegeben: Die Welt ist aufgeteilt. Alles gehört Irgendjemandem, alles ist fest vergeben, überall kommt man Anderen in die Quere. Jeder sorgt für sich. Sichtbare und unsichtbare Barrieren sollen vor unbefugtem Zutritt schützen. Sie markieren die Trennung: Hier und Dort, Innen und Außen, Wir und Du. Damit man Bescheid weiß, wo man nicht hingehört; und wo Nichts zu holen ist.

Mit zunehmender Verzweiflung wird eine andere Stimme in uns laut: „Du solltest es wenigstens mal versuchen. Gib nicht schon vorher auf! Was hast du denn schon zu verlieren?“ Und dann ändert es sich: Was unüberwindlich schien, wird durchlässig. Grenzen verschwinden.

Die Bibel wirbt für die lebensverändernde Kraft des Glaubens. Auf dieser Landkarte gibt es keine Grenzen mehr. Die Beziehung zu Gott stärkt den Menschen; er wird heil. Dazu soll eingeladen werden, bis an die Enden der Erde. Wer bereit ist, seine Burg, seine Wüste, seine Dickicht zu verlassen, wird zur Mitte der Welt finden. Und dort Gott, sich selbst und dem Nächsten begegnen. Der Rückweg ins eigene Leben wird dann ganz sicher ereignisreich.

mit vielen Grüßen aus Hohenmocker, Pastor Chr. Bauer

Die Andacht zum jeweiligen Sonntag wird am Freitag vorher veröffentlicht. Sie bezieht sich auf ein verbindendes Stichwort aus den gottesdienstlichen Lesungen (grüner Link oben).